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Finde jetzt die besten Carsharing Anbieter im Vergleich

Wie geht es jetzt mit „Share Now“ weiter?

Wer in den deutschen und österreichischen Großstädten unterwegs ist, der sieht sie früher oder später auf jeden Fall: Carsharing-Autos des Anbieters Share Now. Diese Marke klingt zwar wie ein komplett eigenes Unternehmen – tatsächlich ist dieses Unternehmen aber ein Gemeinschaftsprojekt der Automobilriesen BMW und Mercedes-Benz (damals noch Daimler AG).

Ursprünglich hatte jeder Anbieter seinen eigenen Carsharing-Dienst. BMW hatte vor allem kleinere Modelle wie den 1er BMW und den MINI Cooper im Rahmen seines Angebots „Drive Now“ im Angebot. Die Konkurrenz aus Stuttgart fokussierte sich mit dem Konzept „Car2Go“ auf die Mittelklasse, wobei die Marktabdeckung bei beiden Angeboten eigentlich sehr gut war.

Das Problem: Der Carsharing-Markt ist hart umkämpft. Die Margen sind gering und das Hinzugewinnen von Marktanteilen ist mit hohen Kosten verbunden. Aus diesem Grund hatten sich die beiden Unternehmen im Februar 2019 dazu entschieden, die beiden Unternehmen zusammenzulegen – und schon war der kombinierte Service „Share Now“ geboren, der fortan die Autos beider Konzerne im Angebot hatte.

Im Mai 2022 folgte dann der nächste Paukenschlag: Das Angebot wird abgegeben, die Unternehmen trennen sich endgültig von ihren Carsharing-Angeboten. Der Käufer ist natürlich kein Unbekannter: Die Fiat-Mutter „Stellantis“ steigt mit dem Kauf von Share Now zu einem der mit Abstand größten Anbieter von Carsharing im europäischen Markt auf.

Darum kauft Stellantis Share Now jetzt

Für Stellantis ist die Übernahme des Unternehmens ein klarer Erfolg. Das eigene Angebot im Carsharing-Bereich namens „free2move“ ist bereits seit 2020 profitabel – im Gegensatz zu vielen anderen Carsharing-Anbietern, die starkes Wachstum benötigen, um die hohen Kosten zu finanzieren. Entscheidend ist aber, dass Free2Move keine markenabhängige Flotte aufbaut, sondern zu einem Multi-Marken-Anbieter wird.

Bisher gibt es bereits 14 Marken im Stellantis-Konzern, die über das Carsharing Angebot des Unternehmens bezogen werden können. Die Flotten von Daimler und BMW, die sich im Eigentum von Share Now befinden, werden von Stellantis mit übernommen. Auf diese Weise kann sich das Unternehmen nicht nur wertvolle Marktanteile im Carsharing-Markt sichern, sondern es werden auch deutlich mehr mögliche Kundenwünsche über die deutschen Premiumautos bedient. Das Carsharing-Angebot von Stellantis verfügt künftig über einen stolzen Kundenstamm von mehr als 5 Millionen Nutzerinnen und Nutzern.

Darum veräußern BMW und Mercedes jetzt Share Now

Der Verkauf des Unternehmens fällt in eine Zeit des Umbruchs, der sich bei BMW und Daimler bereits in vollem Gange befindet. Zwar ist Carsharing ein absoluter Zukunftsmarkt und dürfte im Rahmen global florierender Alternativen zu herkömmlichen Mobilitätskonzepten weiterhin stark wachsen – BMW und Daimler fokussieren sich in ihrer kompletten Firmenausrichtung aber zusehends auf die Elektromobilität.

Und genau hier liegt auch das neue Projekt, das die beiden Rivalen nun weiter gemeinschaftlich voranbringen wollen. Das E-Auto Ladenetz „Charge Now“ und die Mobilitätsapp „Free Now“ werden künftig im Fokus der Zusammenarbeit stehen. Auf diese Weise können sowohl die Bayern, als auch die Schwaben wertvolle Ressourcen in den Konzernen frei machen, um diese beiden Projekte nachhaltig an ihr Ziel zu führen.

Über den Kaufpreis, den Stellantis an die beiden deutschen Konzerne bezahlt, ist übrigens Stillschweigen vereinbart worden. So ganz in trockenen Tüchern ist der Deal nämlich auch noch nicht: Immerhin gibt es insgesamt drei Kartellbehörden, die dem Deal zustimmen müssen. Da eine Monopolstellung aber nicht wirklich zu befürchten ist, dürfte die Zustimmung der Kartellbehörden aber wohl zeitnah erfolgen.

Nicht nur Stellantis ist auf Einkaufstour

Nicht nur der Konzern Stellantis sieht in der aktuellen Situation Raum für Zuwächse. Auch der niedersächsische Automobilgigant Volkswagen, der größte Autobauer der Welt, ist auf Einkaufstour. Im Juni 2022 sicherte sich VW rund 87 % des angeschlagenen Autovermieters Europcar. Die milliardenschwere Übernahme des französischen Konzerns dürfte VW als Plattform nutzen, um künftig eigene Vermietungen und Carsharing-Angebote am Markt zu platzieren. Wann das aber sein wird, steht noch in den Sternen.

Aktuell verfügt Volkswagen bereits mit „WeShare“ über einen eigenen Carsharing-Dienst – der aber immer noch defizitär ist. Der VW Chef Herbert Diess sieht dagegen in der Kombination aus klassischer Autovermietung und modernem Carsharing die einzige Möglichkeit, modernes Carsharing überhaupt profitabel betreiben zu können. Sobald selbstfahrende Autos und Robotaxis aber in der Realität angekommen sind, dürften Carsharing-Dienste nochmals deutlich schneller wachsen und an Bedeutung gewinnen, als der „klassische“ Autokauf.


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